Minimalismus im Badezimmer

Minimalismus im Badezimmer

Gerade im Badezimmer können Minimalismus und Nachhaltigkeit mit ein paar Veränderungen leicht einziehen. Schon seit einigen Jahren ist unser Badezimmer minimalistisch und nachhaltiger gestaltet. Da wir nun unser Badezimmer komplett renoviert haben, nehmen wir dies als Anlass, über Minimalismus im Badezimmer zu schreiben, denn diesem Bereich haben noch gar keinen eigenen Blogartikel gewidmet. Liegt vielleicht auch daran, dass die Renovierung ein Herzensanliegen von uns gewesen ist, weil wir das alte Bad sehr hässlich gefunden haben. Jetzt passt alles zusammen und die Zeit ist gekommen.


Inhaltsverzeichnis


Minimalismus im Badezimmer – so schön kann einfach sein

Wie du vielleicht schon in anderen Beiträgen gesehen hast, mögen wir es schlicht, ruhig und entspannt. Unsere ganze Wohnungseinrichtung ist ruhig, mit schlichten, zusammenpassenden Farben gestaltet. So nun auch unser Bad. Doch zuvor war es mit weißen Hochglanzfliesen, fast bis unter die Decke, ausgestattet (Schlachthausfeeling). Das Badezimmer war schon zum Einzug so.

Doch jetzt erstrahlt unser Badezimmer im neuen Glanz: Die Fliesen sind nur noch 1,20 Meter hoch gefliest, der Rest darüber weiß gestrichen. Gab es zuvor viele kleine, schlecht zu reinigende Ecken als Staubfänger, ist der Raum nun sinnvoll genutzt. Grundsätzlich war das Bad vorher nicht sehr sinnvoll angeordnet, was wir durch Tauschen von Klo und Badewanne geändert haben. Jetzt ist es leichter sauberzuhalten.
Für uns ist das Bad auch ein Rückzugsort. Morgens in Ruhe duschen und wachwerden, nach einem anstrengenden Tag in der Wanne entspannen, abends in Ruhe auf das Bett vorbereiten und runterfahren: Wir verbringen relativ viel Zeit im Bad, daher wollen wir es frei von Schnickschnack und Krimskrams gestalten und auf das Wesentliche reduzieren. Unser neues Bad wirkt trotz der 6 qm frei, ruhig, aufgeräumt und luftig.

Wir haben lange für die Renovierung gespart und uns qualitativ hochwertigere Produkte geleistet, damit wir, auch im Sinne der Nachhaltigkeit, möglichst lange etwas davon haben. Das Bad soll viele, viele Jahre halten.

Weniger Kram = Mehr Ordnung

Wir haben die Renovierung genutzt, um noch einmal auszumisten. Wir brauchen keinen Spiegelschrank mehr: Cremes, Föhn, Rasierer, usw. finden nun nur noch im Unterschrank Platz. Jeder hat sein eigenes Kästchen, in dem die Utensilien sauber und geordnet aufbewahrt werden. In der zweiten Schublade sind kleinere Handtücher (auch in einem Kästchen), Klopapier und Fön verstaut. Alles ist griffbereit und ordentlich aufbewahrt.

Da wir genügend Platz in Freddy Schrank haben (ich habe nur noch eine Kleiderstange), lagern wir dort die Duschhandtücher. Im Bad selbst nutzen wir normalgroße Handtücher für die Hände, jeder von uns hat noch ein Kleineres fürs Gesicht. 



Exkurs: Wie viele Handtücher brauch ein Mensch eigentlich?

Das ist pauschal natürlich nicht zu beantworten und individuell. Wir wollen dir als Inspiration unseren Weg zeigen: Ich brauche zum Duschen ein Duschhandtuch und eines für meine langen Haare. Freddy hingegen braucht zum Duschen nur ein Duschhandtuch. Hinzukommt für jeden ein kleines Handtuch in eigener Farbe (so kommen keine Verwechslungen auf) für die tägliche Gesichtspflege (ich muss da wegen meiner Hauterkrankung vorsichtig sein) und eines für alle zum Händeabtrocknen. Wir waschen zwei bis drei Mal in der Woche unsere Wäsche, da kommen die Handtücher mit rein, so dass wir immer genügend frische Handtücher haben. Einen Trockner haben wir nicht. Wir versuchen möglichst viel die Wäsche draußen an unserer selbstgebauten Wäscheleine zu trocknen oder sonst unterm Dach im Heizungsraum. Da ist die Wäsche innerhalb weniger Stunden trocken. 

Leichter sauber zu halten

Wir haben bewusst unseren Boden freigehalten und uns für Möbel entschieden, die an der Wand montiert werden. So können wir einfach und schnell über den Boden wischen. Da aber auch grundsätzlich wenig Kram herumsteht, ist das Putzen super einfach, weil wir nicht erst noch sämtliche Produkte zur Seite stellen müssen. 

Mehr Minimalismus für mehr Nachhaltigkeit im Bad

Für uns gehen Minimalismus und Nachhaltigkeit Hand in Hand einher. Reduzieren wir unseren Kram und beschränken uns auf das Notwendige, sparen wir Müll, Geld und Ressourcen. Wir machen es nicht perfekt und leben nicht plastikfrei, aber wir haben für uns einen Weg gefunden, durch Minimalismus im Bad auch mehr Nachhaltigkeit ins Bad zu bringen.

Plastik reduzieren

Haar- und Körperpflege
Wir nutzen seit langer Zeit kein Duschgel und flüssiges Shampoo mehr, sondern haben es durch Seife und festes Shampoo ersetzt (Unterschied Haarseife und festes Shampoo). Das spart sehr, sehr viel Plastikmüll, da wir mit den Seifen wochenlang hinkommen. Werden die Haare mal trocken, nutzen wir weiblichen Familienmitglieder Jojobaöl als Haarkur.  Ansonsten kommt nichts an unsere Haare. Unsere Bürsten bestehen aus Bambus, genau wie unsere Zahnbürsten.

Gesichtsreinigung
Wir nutzen waschbare Wattepads oder Waschlappen, die sich wunderbar bei 60 Grad waschen lassen, falls es sein muss. Aber auch bei 30 oder 40 Grad werden sie super sauber. Die Wattepads gibt es im Unverpacktladen, aber auch bei DM.

Zahnpflege
Hier haben wir nur die Zahnbürsten durch eine plastikfreie Bambusalternative ersetzt. Richtig gelagert bleiben Bambuszahnbürsten lange frisch und schimmeln nicht.  Man kann auch Zahnpasta durch eine plastikfreie Variante ersetzen, doch das haben wir nicht getan. Wir nutzen weiterhin Zahnpasta in Plastiktuben, da wir bei den Zähnen kein Risiko eingehen wollen. 

Hände waschen
Hier nutzen wir auch einfache, feste Seife. Das ist auch nicht unhygienisch, weil sie vor der Nutzung ja unter den Wasserstrahl gehalten wird. Wir sind seit langer Zeit sehr zufrieden damit.

Monatshygiene
Hier sind Stoffbinden und Menstruationstassen eine wirkliche Alternative zu Wegwerfartikeln: Sie verursachen kaum Müll, sind auf lange Sicht günstig, sie irritieren die Scheidenflora nicht, sie fühlen sich besser an und sie sind leicht mitzunehmen.

Kosmetika und Cremes/Bodylotion
Ich habe eine Hauterkrankung. Daher bin ich auf spezielle Cremes angewiesen, so dass ich auch da nicht auf Plastik verzichten kann. Aber – und das ist ein wichtiger, entscheidender Punkt: Ich experimentiere nicht herum, kaufe keine unnötigen Kosmetika und probiere nicht alle möglichen Kosmetika aus, um sie dann ungenutzt irgendwo stehen zu lassen. Ich nutze immer die gleichen Produkte und brauche sie auf. Mit den Cremes gehe ich sehr sparsam um. Ich denke, dass es in Sachen Nachhaltigkeit auch nicht darum geht, alles zu vermeiden, sondern bewusst einzukaufen. Wie sagt Freddy immer, wenn ich mich über die hohen Preise meiner Kosmetika ärgere?: „Du kaufst auch nicht hundert Produkte im Monat.“ und damit hat er recht. Wahllos und aus Lust am Ausprobieren kaufe ich nichts. Ich nutze Wimperntusche, Kajal und meine Cremes. Das wars. Für mich ist das ein guter Kompromiss, der mich gut schlafen lässt ;-). 
Für die Körperpflege eignet sich auch einfach Öl. Wir haben hier ein Rezept für eine selbstgemachte Bodylotion/Körpercreme veröffentlicht.

Deo
Deo kann man auch wunderbar selbst machen. Bei mir hat es leider zu schweren Hautirriationen geführt, Freddy hingegen nutzt es seit langer Zeit und ist sehr zufrieden. Das Rezept dazu findest du hier: Deo selbermachen.

Badezusätze
Badezusätze kaufen wir auch nicht, sondern machen sie seit längerer Zeit selbst. Unsere Haut fühlt sich dadurch viel gepflegter an. Die Zusätze enthalten nur uns bekannte Zutaten und keine weiteren versteckten Inhaltsstoffe. Das Rezept findest du hier: Badezusatz selbermachen.

Rasieren
Wir rasieren uns seit langer Zeit mit einem Rasierhobel. Da ich mich unter der Dusche rasiere, brauche ich auch keinen Rasierschaum oder sonstiges. Wasser und meine Seife reichen mir persönlich total aus. Viele Infos, u. a. zur Handhabung, findest du im Blogbeitrag von Freddy Warum der Rasierhobel eine wirklich gute Alternative ist.

Wattestäbchen
Wattestäbchen nutzen wir nicht, ist auch nicht gut fürs Ohr. Wenn du nicht darauf verzichten magst, kannst du auf nachhaltige Alternativen zurückgreifen, da gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten.

Pinzette & Nagelschere
Natürlich dürfen auch diese beiden Utensilien nicht fehlen. Unsere Nagelschere und Pinzette sind aus Metall und halten schon viele, viele Jahre. Einen Nagelknipser oder Nagelpfeile brauchen wir nicht.


Weitere Tipps findest du hier: Tipps, um weniger Müll zu produzieren und 45 Tipps und Tricks für ein nachhaltigeres Leben


Badezimmer reinigen

Auch hier braucht es nicht viel. Wir nutzen gerne unseren selbstgemachten Orangenreiniger für Keramik oder greifen in selten Fällen auf Produkte von Frosch zurück. Zudem reinigen wir mit Natron und Zitronenreiniger. Auch Essig ist ein bewährtes Mittel. Die WC-Tabs kann man leicht selbst machen, aber auch Natron und Zitronensäure direkt ins Klo geben.

Wasserflecken direkt entfernen
Den Putzaufwand kann man ebenfalls minimieren, wenn man nach dem Duschen, der Badewannennutzung oder nach der Nutzung des Waschbeckens die Armaturen und Fliesen direkt abtrocknet. Das vermeidet Kalkflecken. Grundsätzlich achten wir darauf, Dreck direkt zu entfernen und Müll direkt zu entsorgen.

Auch ohne viel Schnickschnack ist unser kleines Bad zu einer Wellnessoase für uns geworden. Du siehst auch, dass man nicht auf alles verzichten muss/kann, aber trotzdem durch bewussten Konsum mehr Nachhaltigkeit ins Bad bringen kann.

Was bedeuten Minimalismus und Nachhaltigkeit im Badezimmer für dich? Was verbindest du damit? Gibt es Produkte, die du nicht mehr kaufst oder die du ersetzt hast? Ich freue mich über deine Gedanken!

Nun sparen wir für die nächste Renovierung: Küche, Flur und Gäste-WC inkl. neuer Böden stehen noch an. Das wollen wir innerhalb des nächsten Jahr aber nach und nach selbst machen. Wir freuen uns schon sehr und haben vieeeeele Ideen. 🙂

Liebe Grüße,
Jani

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