So haben wir es geschafft, unsere Finanzen umzustellen und viel Geld zu sparen

Minimalismus - Geld sparen Tipps

Bis etwa 2018 haben wir viel konsumiert: Deko, Möbel, Haushaltswaren, Kleidung…. Alles Dinge, die wir eigentlich nicht benötigten. Wir haben sie gekauft, weil wir sie einfach schön fanden. Wir sind dadurch nie ins Minus auf dem Konto gerutscht, allerdings haben wir auch keinen Notgroschen oder sonstige finanzielle Polster aufgebaut. Anstatt das Geld zu sparen, gaben wir es fleissig aus. Heut sieht das Ganze anders aus. Was da passiert ist und wie wir es geschafft haben, unsere Finanzen umzustellen und viel Geld zu sparen, zeigen wir dir in diesem Artikel.


Inhaltsverzeichnis


Was war da los?

Es wird gesagt, dass man mehr kauft, wenn man unglücklich ist. Wenn wir darüber nachdenken, waren wir nicht unglücklich. Vielmehr waren es Unachtsamkeit (das Geld war ja da), Langweile („Was machen wir heute? Lass mal in die Stadt fahren.“), Beeinflussung durch Werbung, zyklusbedingte Klamottenkäufe (die fiesen Hormonmonster können einem schon ungute Gefühle bereiten, die durch Konsum kompensiert wurden) und Belohnungskäufe („Das haben wir uns bei dem Stress jetzt aber wirklich verdient.“), die dazu führten, dass wir viel konsumierten. Ständig hatten wir das Gefühl, noch dieses oder jenes zu brauchen.

2018 kam dann die große Veränderung

Es begann schon langsam in den Jahren zuvor, in dem wir unsere Einrichtung komplett veränderten. Wir fühlten uns unwohl, weil so viele Dinge herumstanden, wir das Gefühl hatten, mehr Platz zu brauchen – was natürlich nicht stimmte. Wir hatten das Gefühl, von allem zu viel zu haben. Während zuvor ein zusammengewürfeltes Inventar unsere Wohnung schmückte und überall auch Deko herumstand, veränderten wir diese in Richtung skandinavischen Wohnstil: Viel Holz, weiße Farben kombiniert mit warmfarbigen Elementen. Unsere Deko und gesamte Einrichtung wurde immer weniger und wir bekamen immer mehr Platz. Es wurde alles schön gemütlich.

Damit einher gingen auch gedankliche Veränderungen. Mehr und mehr veränderten wir uns in Richtung Minimalismus, ohne es direkt und bewusst zu bemerken. Passend dazu wurden wir dann auf die Blogparade von Sophie von Kinderhaben.de  aufmerksam. Wir nahmen uns also vor, unsere Finanzen komplett zu verändern.

Wir fingen an, ein Haushaltsbuch zu führen und unsere Finanzen unter die Lupe zu nehmen

Unser Haushaltsbuch

Zuerst legten wir ein Haushaltsbuch an und setzten uns Ziele. Dort trugen wir konsequent sowohl jede unserer festen und als auch flexiblen monatlichen Ausgaben sowie unsere Einnahmen ein. Das Haushaltsbuch führen wir bezogen auf unsere Fixkosten übrigens bis heute, einfach um die Entwicklung weiterzuverfolgen. Unsere flexiblen Ausgaben haben wir mittlerweile so gut im Blick, dass wir das Haushaltsbuch diesbezüglich nicht mehr benötigen.

Um auszurechnen, wie viel wir prozentual unsere Fixkosten gesenkt haben, nehmen wir 2018 als Referenzwert, da wir in diesem Jahr mit der Finanzoptimierung begannen.

Von 2018 bis heute haben wir unsere Fixkosten um etwa 45 % gesenkt.

Das Senken braucht auch manchmal seine Zeit, da man ja teilweise auch an Vertragslaufzeiten gebunden ist. Diese Prozentwerte fließen nun aufgeteilt auf unsere Sparkonten. Dazu weiter unten mehr.

Ziele setzen

Es ist super wichtig, sich Ziele zu setzen. Diese können ganz unterschiedlich sein. Ein erstes Ziel kann beispielsweise sein, einen Überblick über seine Finanzen zu bekommen, das zweite Ziel, die Ausgaben zu senken, das dritte Ziel, Schulden zu tilgen, das fünfte Ziel, einen Notgroschen anzusparen…. Die Ziele sind vollkommen unterschiedlich und müssen an die jeweilige Lebenssituation angepasst werden.

Günstige Konditionen suchen

Nach zwei bis drei Monaten hatten wir eine wirklich gute Übersicht über all unsere Ausgaben. Es wurde deutlich, dass wir an unseren Fixkosten einiges an Geld sparen konnten. Wir kündigten also einige unnötige Ausgaben wie beispielsweise Streamingdienste (man braucht beispielsweise keine zwei Streamingdienste) und Versicherungen (nicht alle Versicherungen sind wirklich notwendig und manche überteuert).

Wir haben Tarife gewechselt (Mobil zum günstigen Prepaidtarif), günstigere Strom- und Gasanbieter gesucht (bei Strom nutzen wir trotzdem 100 % grünen Strom von Lichtblick) und sind zu günstigeren Versicherungen gewechselt (achte dabei aber auf die Konditionen und Leistungen). Wir haben unseren Zweitwagen verkauft (was für eine monatliche Ersparnis!), uns 2018 einen Motorroller und 2021 E-Bikes zugelegt und sind vermehrt auf Bus und Bahn umgestiegen.

Kredite tilgen

Zudem haben wir unseren Kredit getilgt. Das Geld konnten wir dann anschließend sparen. Wir haben heute, bis auf unseren Hauskredit, keine Kredite mehr am Laufen. Wir haben auch nicht vor, nochmal Kredite aufzunehmen. Dafür sorgen wir jetzt vor. Dazu gleich weiter mehr.
Unseren Hauskredit haben wir umgeschuldet und den Zinssatz von 4,2 % auf 0,78 % gesenkt. Somit ist unsere Tilgungssumme jetzt viel höher und unser Hauskredit schneller abbezahlt.

Wenn du mehrere Kredite zu betätigen hast, haben wir hier einen super Tipp, um die Kredite schneller abzulösen:
Suche dir zunächst den kleinsten Kredit aus, den du schneller und als erstes abzahlen willst. Das freigewordene Geld nach der Ablösung verwendest du für einen anderen, noch laufenden Kredit. Dadurch kannst du diesen auch schneller ablösen. Das Geld, das dort frei wird, nimmst du direkt für den dritten Kredit. Das kannst du immer so weiterführen. Mehr zum Schneeballprinzip in der Kreditablösung findest du hier.

Verschiedene Konten besparen, damit dich keine unliebsamen Überraschungen treffen

Du benötigst einen Überblick über die Ausgaben, die unregelmäßig sind oder plötzlich kommen sollen. Hierbei sollest du vorausschauend denken. Wir haben ein Tagesgeldkonto, auf dem unser Erspartes liegt. Dies führen wir mit einer Excel-Datei. In dieser Excel-Datei gibt es verschiedene „virtuelle“ Konten. Wir wissen, dass Klassenfahrten anstehen oder die Tiere mal krank werden. Auch in den Urlaub möchten wir mal fahren. Ebenso gibt es regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, die das Haus betreffen. Deshalb sparen wir jeden Monat für Klassenfahrten, Urlaube, Tierarztkosten, Notfallgroschen, Hausrenovierung, in Abständen wiederkehrende Zahlungen, die das Haus betreffen (z. B. Stadtabgaben) und sonstige Ausgaben. Hierfür haben wir für jeden Bereich monatlich feste Summen geplant. Diese Summen gehen jeden Monat direkt zu Anfang von unserem Girokonto runter auf unser Tagesgeldkonto. Dort liegt die gesamte Summe.
Die Ein- und Ausgaben führen wir in der genannten Exceldatei. So können uns Zahlungen nicht mehr überraschen und es ist immer genügend Geld vorhanden. Wir wissen, wie viel Geld auf jedem virtuellen Konto zur Verfügung steht. Du kannst das auch erweitern und z. B. ein virtuelles Konto für Kleidung anlegen.

Priorität sollte dabei zunächst der Notfallgroschen haben. Wir setzen dafür 3 Netto-Monatseinnahmen an. Wenn der Notfallgroschen gefüllt ist, kannst du das Geld dann für die anderen virtuellen Spaßkonten, wie z. B. Urlaube, nutzen. Wenn Geld von einem virtuellen Konto entnommen wurde, muss das Konto natürlich wieder aufgefüllt werden.

Wir wissen auch, dass wir irgendwann ein neues Auto benötigen. Auch dafür legen wir schon jetzt Geld zur Seite. Wenn man das Geld über viele Jahre hinweg anspart, muss man später, im Normalfall, keinen Kredit mehr aufnehmen.

Mittlerweile haben wir unser Kontensystem auf ein 3-Konten-System verändert. Was das ist, kannst du hier nachlesen: Das 3-Kontenmodell in der Partnerschaft.

Budget festlegen

Nachdem sämtliche Ausgaben festgehalten wurden, wussten wir, wie viel wir im Monat für Einkäufe, Sprit etc. benötigen und wie viel Geld wir übrig hatten. Wir haben demnach ein Budget für den Wocheneinkauf, Sprit und sonstige Ausgaben angelegt.
Das übrige Geld haben wir damals in den Kredit gesteckt. Wir haben dafür jedoch nicht unsere Kreditrate erhöht, sondern das Geld parallel auf unser Tagesgeldkonto – geführt in der Exceldatei – gepackt. Als wir dann die noch offene Summe X zusammengespart hatten, haben wir den Kredit direkt abgelöst. Dieses Geld wird seitdem für andere Dinge gespart, da es anderweitig ja nicht benötigt wird.

Es ist wichtig, dass du dich als erstes bezahlst, ansonsten holst du dir das Geld wieder vom Sparbuch und genau das soll und darf nicht passieren. Lege daher fest, wie viel Geld du im Monat als Taschengeld oder für sonstige Ausgaben benötigst. Alles, was du nicht brauchst, wird direkt am Anfang des Monats gespart.

Da wir in einer Partnerschaft leben, haben wir ein gemeinsames Konto und jeder ein eigenes Taschengeldkonto, auf das jeden Monat eine bestimmte Summe eingezahlt wird, so dass jeder von uns Geld zur freien Verfügung hat.

Bedeutet: Geldeingang – Fixausgaben – ausgerechnete flexible Ausgaben (z. B. Lebensmittel, Sprit, sonstige Ausgaben) – Taschengeld für dich – Rücklagen für unregelmäßige Ausgaben (z. B. Klassenfahrten) = Summe, die du für Urlaube und sonstige Spaßkonten sparen kannst. Dies verfügbare Geld wird auf die jeweiligen virtuellen Konten aufgeteilt und zuvor ausgerechnet.

Struktur befreit – Weniger ist Mehr

Es mag vielleicht paradox klingen, aber diese finanzielle Struktur befreit uns ungemein. Wir haben keine finanziellen Sorgen und gehen viel achtsamer mit unserem Geld um. Dadurch, dass wir uns so intensiv mit unseren Finanzen auseinandergesetzt haben, ist uns vieles viel bewusster geworden. Wir kaufen seitdem nur noch, was wir wirklich brauchen – und das spart so eine Menge an Geld! Dafür können wir in Sachen Nachhaltigkeit Dinge kaufen, die uns früher zu teuer gewesen sind.

Wir sind viel zufriedener, weil wir keine Geldsorgen haben. Wenn mal die Waschmaschine kaputt geht, ist das kein Weltuntergang – so wie es früher mal gewesen ist. Die Last, die mit finanzieller Unsicherheit einhergeht, ist verschwunden. Wir sind viel glücklicher mit dem, was wir haben. Wir müssen auch nicht mehr jedem Kaufimpuls nachgeben. Geholfen hat uns dabei auch unsere 31-Tage-Minimalismus-Challenge und unser Projekt Konsumverzicht.

Wir schonen die Umwelt

Dadurch, dass wir kaufen, was notwendig ist und beim Geld ausgeben eher zurückhaltend sind, sparen wir Ressourcen, die ansonsten für die Produktion von Gütern eingesetzt werden. Das ist ein tolles Gefühl.

Was macht dich wirklich glücklich?

Uns hat es sehr geholfen zu wissen, was uns wirklich glücklich macht und was wir wirklich wollen. Darüber haben wir lange und immer wieder nachgedacht. Seitdem wir es wissen, geht es uns viel besser. Und drei mal darfst du raten: Shoppen ist es nicht. 😉



Aber wie sieht es bei dir aus? Was macht dich glücklich? Shoppen? Neue Klamotten? Was passiert, wenn du an dein Konto denkst oder deinen Kontostand ansiehst? Welche Gefühle gehen da in dir vor? Empfindest du ein Glücksgefühl?

Glücksgefühle durchs Shopping halten meist nur kurz an, insbesondere dann, wenn man die Ausgaben auf dem Konto sieht. Erlebnisse mit Familie und Freunden oder eigene Erlebnisse bleiben viel länger hängen. Erinnert man sich daran zurück, kommen oft sogar die Gefühle wieder hoch, die man damals gespürt hat.

Wenn du etwas kaufen möchtest, dann schlaf mal eine Nacht drüber. Oft lösen sich die vermeintlichen Wünsche von ganz alleine in Luft auf. Wenn du einen Konsumwunsch hattest, reflektiere deine Gedanken und Gefühle: Warum wolltest du diese Sache kaufen? Und sei dabei ehrlich zu dir selbst.

Wie eine Reise

Durch Veränderungen öffnen sich immer wieder neue Türen. Um uns als Beispiel zu nehmen:

Wir änderten zunächst unsere Wohnungseinrichtung in einen ruhigen und gemütlichen skandinavischen Wohnstil. Daraufhin begann unsere Auseinandersetzung mit unseren Finanzen, woraus sich die Minimalismus-Tür öffnete. Damit einher ging dann auch das Thema Nachhaltigkeit. Diese Themen wirkten sich aber auch auf uns persönlich, auf unsere Familie und unsere Partnerschaft aus. Es ist wie eine Reise, in der man immer wieder Neues entdeckt und sich durch neue Erfahrungen weiterentwickelt.

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Überfordere dich nicht

Die Auseinandersetzung mit sich selbst und mit den eigenen Finanzen kann anstrengend sein und manchmal auch überfordern. Nimm dir nicht zu viel vor und sei nachsichtig mit dir. Es geht alles in kleinen Schritten, mal geht es schneller, mal langsamer. Manchmal machst du vielleicht auch einen Schritt zurück und mal zwei vor. Das ist alles vollkommen ok. Gehe deinen Weg, so wie er für dich richtig ist.

Es wird Themen geben, die dich brennend interessieren und welche, die kaum dein Interesse wecken. Das ist alles in Ordnung. Fang einfach an und schau selbst, wo deine Reise hingeht. Sie wird sich lohnen!

Liebe Grüße,
Jani & Freddy

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