32 Lektionen für ein erfüllendes Leben

Leben Lektionen Minimalismus

Mittlerweile geht Frederik in langsamen Schritten auf die 50 zu, ich werde in wenigen Wochen 40 Jahre alt. Seit nunmehr 14 Jahren gehen wir unseren Weg gemeinsam, mit allen Höhen und Tiefen. In unserem Leben haben wir viele gute, aber auch schlechte und kräftezehrende Erfahrungen gemacht. Manche möchten wir vergessen, andere niemals. Doch all diese Erfahrungen haben uns zu den Menschen gemacht, die wir heute sind. Unsere wichtigsten Lektionen für ein erfüllendes Leben sind:

1. Wir müssen auf unsere Gesundheit achten.

Sowohl körperliche als auch psychische Gesundheit sind unser höchstes Gut. Wir müssen unseren Körper und unseren Geist hegen und pflegen. Viel zu oft wird die Gesundheit vernachlässigt, was Folgen haben kann. Wir müssen unsere Grenzen wahren und auf unsere Bedürfnisse achten und dürfen sie nicht immer wieder überschreiten und vernachlässigen. Unser Körper und Geist zeigen uns sehr gut, was sie brauchen. Wir müssen Signale und Anzeichen wahrnehmen, ernstnehmen und darauf reagieren.

2. Der wahre Wert eines Menschen zeigt sich nicht durch seinen Besitz.

Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich durch seine Worte und Handlungen, nicht durch sein Geld und Besitz. Oft ist bei Menschen, die mit ihrem Hab und Gut protzen, mehr Schein als Sein.

3. Wir brauchen Liebe.

Liebe kann unheimlich gut tun und uns zum Wachsen bringen. Liebe kann aber auch schmerzen. Aber wenn wir uns nicht darauf einlassen und immer Angst vor den Schmerzen haben, vereinsamen wir. Wir müssen uns in das Wagnis der Liebe begeben und sie zulassen. Denn wenn wir es nicht versuchen und das Risiko eingehen, werden wir nie das großartige Gefühl der Liebe fühlen.

4. Lieben allein reicht nicht aus.

Wir müssen Menschen unsere Liebe zeigen. Nur zu lieben allein reicht nicht aus. Wir müssen Menschen unser Interesse zeigen, uns ihnen zuwenden und Zuwendung geben. Liebe ist auch Arbeit und bedarf gegenseitigen Respekt, Anerkennung und Wertschätzung.

5. Glück kann man nicht kaufen.

Glücksgefühle durch Käufe halten nicht lange an und vergehen. Glück kommt von Innen und durch soziale Beziehungen.

6. Man ist mehr wert, als sein Erfolg und Besitz.

Nicht wenige Menschen definieren sich über ihren Erfolg und Besitz und denken, sie seien nur dann etwas wert, wenn sie erfolgreich und wohlhabend sind. Doch das ist nicht wahr. Erfolg und Wohlstand können endlos sein: Hat man ein Ziel erreicht, folgt das nächste. Oft geht das mit Stress und viel Arbeit einher, man kann schnell in eine Spirale geraten. Doch glücklich ist man dabei nicht immer.

7. Arbeit ist nicht alles in Leben.

Eine ganz wichtige Lektion, die wir gemacht haben. Früher hatte Arbeit einen großen Stellenwert für uns. Arbeit bedeutete auch Geld und dementsprechend Konsum. Vielleicht hatten wir auch Phasen, in denen sich einer von uns über die Arbeit definiert hat. Wir haben aber beide erkannt, dass Arbeit nicht alles ist. Wir arbeiten, um zu leben und leben nicht, um zu arbeiten.

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8. Der Mensch zeigt sich in seinen Taten.

Wie oft wurden wir von Menschen enttäuscht, die viel versprachen, von dem aber kaum/nichts erfüllt/eingehalten wurde. Viele Menschen redeten viel, ohne etwas zu sagen. Für uns ist es wichtig, das auf Gesagtes auch ein Handeln erfolgt. 

9. Veränderungen brauchen Mut und Entschlossenheit.

Oft haben wir innerlich gespürt, dass sich etwas verändern muss. Nicht selten brauchen diese Veränderungen Mut und Entschlossenheit. Doch genau mit diesem Willen ließen sich Veränderungen herbeiführen und wurden nicht mehr schwer. Nur wenn wir halbherzig hinter etwas standen, klappte es nicht so gut. 

10. Wir müssen füreinander da sein.

Es macht uns nicht glücklich, ständig zu konsumieren. Diese „Glücksgefühle“ sind oft nur von kurzer Dauer. Viel mehr hat uns das Füreinander-da-sein glücklich gemacht. Anderen Menschen zu helfen, sich zu kümmern, zu sorgen, gemeinsam etwas zu erreichen, gemeinsam zu lachen, etwas durchzustehen. Das alles hat zu tiefer Verbundenheit und Glück geführt.

11. Nein sagen ist gar nicht schlimm.

Wir haben oft Dinge gemacht, obwohl wir keine Lust hatten, weil wir dachten, dass das von uns erwartet wird. Nein zu sagen mussten wir erst lernen. Wir haben dabei schnell bemerkt, dass das nicht schlimm ist und oft auch gar nichts negatives passiert. Die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu zeigen, ist sehr befreiend. Nur wenn wir für uns selbst sorgen und uns selbst wahrnehmen, kann es uns gut gehen und dazu gehört auch ein Nein.

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12. Erinnerungen sind im Herzen und Kopf.

Wir haben viele Dinge der Kinder in Kisten aufbewahrt, aber nie angeschaut. Dafür haben sie viel Platz weggenommen. Wir haben festgestellt, dass die Erinnerungen im Kopf und Herzen verankert sind. Wir bewahren Erinnerungen als Fotos in Fotobüchern und auf einer externen Festplatte auf und erinnern uns beim Anschauen. Dafür müssen wir sentimentale Erinnerungen nicht physisch aufbewahren.

13. Wir müssen unsere Leidenschaften und Wünsche ernst nehmen.

Lange bestand unser Alltag aus Aufstehen, Kinder morgens versorgen, Arbeiten, Verpflichtungen erfüllen, Kinder weiter versorgen, Haushalt führen und ins Bett gehen. Durch Minimalismus haben wir zu uns gefunden. Wir haben unser Leben entschlackt und auch Verpflichtungen aufgegeben. Wir haben zu uns gefunden und neu entdeckt. Herausgekommen sind dabei neue Leidenschaften, Hobbys und Wünsche. Diese gilt es ernst zu nehmen und sich Zeit zur Erfüllung zu nehmen.

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14. „Ich habe keine Zeit“ ist eine Lüge

Wie oft haben wir gesagt oder zu hören bekommen „Ich habe keine Zeit“? Rückblickend betrachtet sind das (unbewusste!) Lügen oder Ausreden gewesen. Wir alle haben (zwischendurch) Zeit, setzen nur die Prioritäten falsch. Wenn wir wirklich etwas wollen, haben wir dafür Zeit. Wir müssen sie uns nehmen und Terminen, Begegnungen und Beziehungen anders bewerten.

15. Beziehungen müssen gepflegt werden.

Es ist schön, langfristige Freundschaften zu haben. Doch auch die müssen, genau wie die Liebe, gepflegt werden. Es ist ein Geben und Nehmen in Freundschaften. Man muss für Freundschaften und Beziehungen aktiv etwas tun, sich auch mal zurückstellen oder aus der eigenen Komfortzone rauskommen. Beziehungen schaffen gemeinsame Erinnerungen und tragen zur persönlichen Entwicklung bei.

16. Freundschaften kommen und gehen.

Es gibt Menschen in unserem Leben, die uns nur auf einem kurzen Weg begleitet haben, andere länger, andere zwischendurch. Es ist vollkommen okay, Freundschaften auch aufzugeben, wenn sie einem nicht guttun oder einseitig bestehen. Wenn man offen für Neues ist und sich anderen Menschen öffnet, können neue Freundschaften entstehen. Es kommt auch nicht auf die Anzahl der Freundschaften an. Es ist angenehmer und für uns wichtiger weniger Freundschaften zu pflegen, die dafür aber echt und intensiv sind.

17. Man muss nicht von jedem gemocht werden.

Wir wollen alle gerne von jedem gemocht werden. Aber so funktioniert es leider nicht. So wie wir nicht jeden Menschen mögen, so mögen uns auch nicht alle. Und das ist okay. Es passiert ja in der Regel nichts, wenn man Menschen nicht mag oder nicht gemocht wird. Die Welt geht davon nicht unter. Warum sollen wir uns an Menschen orientieren, die wir nicht mögen? Wichtig ist uns dabei immer ein respektvoller Umgang miteinander, egal ob wir einen Menschen mögen oder nicht.

18. Lass die Leute reden.

Hach, hier fällt uns immer wieder das Lied von den Ärzten ein. Aber sie haben recht. So lange sie nur reden, machen sie nichts Schlimmeres. Andere Menschen schauen uns nur vor den Kopf und vor die Haustür. Wenn sie uns darüber bewerten, ist das ihr Problem. Wenn sie uns nicht richtig kennen und sich dann ihr Urteil bilden, ist das ihr Problem, das geht uns mittlerweile am Allerwertesten vorbei. Das war schwierig, aber entlastend.

19. Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte mit sich.

Wir Menschen denken in Schubladen. Das ist auch wichtig, weil wir sonst vom Leben überfordert werden und uns diese Schubladen zunächst Orientierung geben. Es ist aber wichtig, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass jeder Mensch von seiner eigenen Geschichte geprägt ist und wir unsere Schubladen auch öffnen und umräumen müssen. Wir können Menschen nur vor den Kopf schauen. Wenn Menschen uns unfreundlich begegnen, kann es sein, dass sie just gerade etwas schlechtes erlebt haben, dass sie einen Streit haben, dass sie große Sorgen haben oder nicht weiter wissen, dass sie sich geärgert haben. Das aber wissen wir nicht. Also sollten immer wieder versuchen zu verstehen, warum ein Mensch handelt, wie er handelt. Niemand handelt ohne Grund.

20. Jeder ist ersetzbar.

Wir alle denken gerne, dass wir unersetzbar sind, insbesondere bei der Arbeit. Wenn wir aber kündigen, werden wir durch jemanden anderes ersetzt. Das bedeutet, dass wir bei der Arbeit entspannter sein dürfen. Wir müssen nicht krank zur Arbeit gehen. Entweder bleibt es liegen oder jemand anders macht es. Wir sind nicht der Nabel der Welt und auch nicht mit der Arbeit verheiratet.

21. Genieße den Moment.

Wir planen unglaublich gerne in die Zukunft und machen uns über viele Dinge intensive Gedanken. Vielleicht zerdenken wir manchmal auch. Dadurch haben wir festgestellt, dass wir mehr den Moment genießen und im Hier und Jetzt bleiben müssen. Es ist sehr hilfreich, gut strukturiert und geordnet zu sein und gut planen zu können. Das gibt uns Sicherheit. Doch ist der Moment oft das Wichtigere. Manches kann man sowieso nicht beeinflussen.

22. Die eigene Komfortzone zu verlassen ist anstrengend, aber notwendig.

Wir leben alle gerne in unserer Bubble und lieben das Bekannte. Veränderungen sind dabei nicht immer so leicht und gern gesehen. Doch ist es wichtig, auch mal aus der eigenen Komfortzone herauszukommen, Neues zu wagen und Dinge zu verändern. Veränderungen oder Neues ist oft mit Unsicherheiten verbunden, aber daraus hat sich eigentlich immer etwas Tolles ergeben. Wir haben neue Erfahrungen gemacht, Neues an uns kennengelernt und teilweise neue Leidenschaften und Hobbys entdeckt.  

23. Aus Fehlern lernt man.

Es ist voll okay, Fehler zu machen und auch falsche Entscheidungen zu treffen. Wie oft schon sind wir hingefallen, aber danach immer wieder aufgestanden und stärker daraus erwachsen. Jeder Mensch macht Fehler, an jedem Tag, mal Größere und mal Kleinere. Und das ist in Ordnung! Zu Fehlern zu stehen, macht einen Menschen sehr sympathisch und Fehler sind kein Weltuntergang. Nicht umsonst hat der Bleistift ein Radiergummi.

24. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern.

Die Vergangenheit ist, was sie ist. Es ist wichtig, sie zu akzeptieren und es ggf. in der Zukunft besser zu machen. Mit Akzeptanz lebt es sich leichter. Man investiert nicht mehr so viel Kraft in Dinge, die man nicht ändern kann. Was geschehen ist, ist geschehen. Den Blick auf die Gegenwart und Zukunft, also nach vorne zu richten, ist viel angenehmer. Stell dir vor, du sitzt in einem Auto und blickst die ganze Zeit nach hinten. Das kann nicht gut gehen. Mit nach vorn gerichteten Blick fährt es sich sicherer und leichter.

25. Wir sind für unser Leben verantwortlich.

Wir können die Verantwortung dafür, wenn in unserem Leben etwas nicht so läuft, wie wir uns das wünschen oder wenn wir unzufrieden sind, nicht auf andere abschieben und warten, dass andere etwas für uns ändern. Wir sind für uns selbst verantwortlich und müssen unser Leben, unser Glück und Veränderungen selbst in die Hand nehmen.

26. Ehrlichkeit währt am Längsten.

Mit Lügen kommt man nicht weiter. Lügen verletzen. Lügen zerstören Vertrauen. Auch wenn Ehrlichkeit manchmal weh tun kann, so sollte man sie immer wählen. Auch wenn es manchmal weh tut, führt Ehrlichkeit zur Weiterentwicklung und fühlt sich befreiend an.

27. Wir müssen mehr reden und offener sein.

Viele Menschen reden nicht miteinander oder verschließen sich. Dabei sind Offenheit und Reden unglaublich wichtig. Man lernt sich dadurch besser kennen, kann Konflikte vermeiden und auch negative Gefühle lösen. Wenn wir alle miteinander mehr reden und offen und neugierig auf Menschen zugehen, können wir viel verändern. Es fühlt sich schöner an zu wissen, welcher Mensch vor einem steht und kann Situationen besser einschätzen und auch verstehen. Das kann man lernen. Es ist nie zu spät, mit Reden und Offenheit zu beginnen.

Trends kommen und gehen. Jedem Trend hinterher zu laufen, ist teuer und kostet viel Zeit. Nach einiger Zeit sind die Dinge wieder aus der Mode gekommen und werden aussortiert. Was hat der Kauf dann gebracht? Wir laufen nicht mehr Trends hinterher und sparen das Geld lieber oder geben es für Dinge aus, wie uns wirklich glücklich machen oder die wir brauchen, wie z. B. Urlaub mit unserem Camper.

29. Unsere Sicht auf die Dinge ist nicht das Maß aller Dinge.

Das, was für uns gut funktioniert, muss für andere nicht funktionieren. Das was wir toll oder schlecht finden, können andere lieben oder echt mistig finden. Nur weil wir etwas präferieren oder uns für etwas entscheiden, müssen das andere nicht tun. Wir drängen niemandem unsere Meinung auf. Jeder hat seine persönliche Sicht auf Dinge, die man Zugstehen muss. Oft gibt es bei den meisten Themen nicht „die“ richtige Sicht und einzige Antwort.

30. Wir diskutieren nicht mit jedem.

Das haben wir aufgegeben. Wenn jemand ernsthaft an einer Diskussion interessiert ist, legen wir gerne unsere Standpunkte, Argumente und Haltungen dar. Wenn wir aber merken, dass das ins Leere läuft, jemand nur auf Knatsch aus ist oder gar kein wirkliches Interesse an Veränderungen oder dem, was wir zu sagen haben hat, lassen wir es. Wie gesagt, ist unsere Sicht auf die Dinge nicht das Maß aller Dinge. Wir ziehen uns gerne bei sinnlosen Diskussionen zurück, lassen die Menschen reden und lehnen uns entspannt zurück.

31. Liebe dich selbst.

Nur wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, uns so akzeptieren können, wie wir sind und uns selbst mit Liebe begegnen, können wir unsere Liebe auch an andere weitergeben. Wir sind wertvoll und toll, wie wir sind, mit all unseren Fehlern, Makeln und Ängsten.

32. Höre auf deine Gefühle und auf deinen Instinkt.

Unsere Gefühle und unser Instinkt lassen uns nicht im Stich. Sie melden sich, wenn wir Entscheidungen treffen müssen oder irgendetwas passiert oder nicht stimmt. Wenn sich etwas in unserem Körper nicht gut anfühlt, entweder vom Bauchgefühl, im Kopf oder von den Gefühlen her, nehmen wir das ernst. Bisher hat sich das immer als überaus sinnvoll erwiesen. Wenn wir mal ausnahmsweise nicht darauf reagiert haben oder die Gefühle und Instinkte nicht ernstgenommen haben, war es ein Schuss in den Ofen und wir dachten: „Hätten wir doch mal auf unser Gefühl gehört.“

Liebe Grüße,
Janina und Frederik

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