nachhaltiger leben
Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit im Familienalltag

Nachhaltiger leben – Veränderungen sind manchmal gar nicht so leicht

Nachhaltiger zu leben ist seit mehr als zwei Jahren ein stetiger Prozess bei uns. Man mag meinen, dass diese Transformation irgendwann abgeschlossen ist, aber weit gefehlt.
Jegliche Veränderungen beginnen immer mit einem ersten Schritt, den sind wir gegangen. Seitdem ist unser Credo: Der Weg ist das Ziel. Manche Schritte fallen uns unglaublich leicht, andere wiederum schwerer. Je mehr die Veränderungen an unserer Lebensqualität kratzt oder unseren “Luxus” betrifft, geht es mehr und mehr ans Eingemachte – und wird damit schwieriger.

Hier mal konkrete Beispiele: Haus ausmisten und von ungeliebten Dingen trennen – kein Problem. Nicht in den Urlaub fliegen – auch kein Problem. Auf ein zweites Auto verzichten – geht. Ökostrom nutzen – gar keine Frage, natürlich. Saisonal und regional einkaufen – klappt meistens auch! Aber für Bio-Produkte mehr als das Doppelte zahlen – wird schon schwieriger.


Inhaltsverzeichnis


Nachhaltiger leben – Da kommt es schon mal zu Diskussionen

Spätestens bei dem Bio-Produkte-Ding kommt es zwischen Freddy und mir zu Diskussionen. Ich verstehe dabei seine Argumente gegen den hohen Preis, habe allerdings auch meine für den Kauf. Wir fangen an zu verhandeln. Es ist immer ein Kompromiss.

Vielleicht kennst du das ja auch. Sobald es an deine Lebensqualität, an deinen Lebensstandard oder an deinen schwer erarbeiteten Luxus geht, kommst du ins Grübeln und deine Bereitschaft, aktiv etwas für ein nachhaltigeres Leben zu tun, sinkt. Es muss dabei nicht um den Kauf von Bio-Produkten gehen, sondern kann um Flugreisen, Hobbys, Mobilität oder Konsumverhalten gehen. Wenn es an deine Komfortzone geht, wird es manchmal schwierig. Jeder hat da andere Schwerpunkte und Schwierigkeiten.


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Mit einem Ziel vor Augen wird es leichter

Uns geht das auch manchmal so. Es gibt eben Punkte, die einem leichter und die einem schwerer fallen. Das ist das Leben. Aber wir lernen jeden Tag mehr, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Leichter fallen uns Veränderungen, wenn wir ein klares Ziel vor Augen haben. Je nach Bereich ist das weniger Plastik zu verbrauchen, weniger Geld auszugeben und mehr zu sparen oder die Umwelt schonen. Aber auch ein Vorbild für unsere Kinder und andere zu sein, ist für uns ein Ansporn. Wenn unsere Tochter plötzlich durch ihre Aussagen oder ihrem Verhalten zeigt, dass sie uns genau beobachtet und Verhaltensweisen übernimmt, strahlt das ganze Herz und wir finden auf unseren Weg zurück.

Wir müssen gar nicht alles perfekt machen. Wichtig ist – in unseren Augen – das stetige Reflektieren. Wir sind Menschen und machen alle Fehler (wobei ich mich beim Schreiben frage, ob man etwas, das im Bereich nachhaltiger Leben nicht so gut klappt, wirklich als Fehler bezeichnen kann?) – und das ist vollkommen okay. Man muss dazu stehen, daraus lernen und es versuchen besser zum machen.

Lügen wir uns alle in die Tasche?

Wir wissen alle ganz genau, was wir tun müssen, um nachhaltiger zu leben: auf Flüge verzichten, auf Bus und Bahn umsteigen, nur das notwenige Kaufen, saisonale und regionale Produkte beziehen, keinen/weniger Müll produzieren, Fairtrade Kleidung kaufen, keine Tierprodukte konsumieren, auf Ressourcen achten. Eigentlich wäre das alles ganz einfach. Eigentlich! Wir – und damit spreche ich nicht nur von Freddy und mir, sondern von der Mehrheit der Menschen – sind manchmal nicht konsequent genug.

Nehmen wir einmal das Beispiel Fleisch und Tierprodukte. Klimabezogen betrachtet, wäre ein Verzicht auf Tierprodukte das sinnvollste. Wir – Freddy und ich – schaffen es nicht. Wir ernähren und vegetarisch und nicht vegan. Andere konsumieren weiterhin Fleisch – was kein Vorwurf sein soll, wir haben da eine liberale Haltung. Wie viele Menschen sagen diesbezüglich, sie käuften nur Fleisch aus artgerechter Haltung direkt beim Metzger um die Ecke? Wenn es nach diesen Aussagen gehen würde, dürfte es gar kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr beim Discounter geben.

Wir möchten alle nicht, dass Menschen ausgebeutet werden, da sind wir uns alle einig, oder? Wer aber denkt an die Mitarbeitenden aus der Fleischindustrie? Oder an die Paketboten? An die Menschen, die die Kleidung für Fastfashion herstellen und dabei unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten? Da steigt man vielleicht auf Fairtrade Kleidung um, isst aber weiterhin Fleisch aus Massentierhaltung oder lässt sich Waren über A***** nach Hause liefern.

Ist unser Leben wirklich so grün, wie wir das wünschen?

Wie sieht es denn bei uns aus? Wir ernähren uns vegetarisch, kochen selbst, versuchen viel selbst zu machen, achten auf Fairtrade und kaufen Second Hand, nehmen unsere eigenen Getränke und Speisen auf Ausflügen, Schule & Arbeit mit, haben unseren Zweitwagen abgeschafft, versuchen mehr Fahrrad, Bus und Bahn zu nutzen und nur zu konsumieren, wenn möglich. Aber sind wir da wirklich konsequent? Ich würde sagen: Nein, leider nicht immer.

Wenn unsere Tochter unterwegs mal ein Eis möchte (wir dürfen wegen der Zöliakie kein Eis aus der Eisdiele essen), kaufen wir ihr eins (Plastikverpackung). Oder wenn es mir mal nicht gut geht, neige ich dazu, mir durch Kleidung (mittlerweile Fairtrade) etwas Gutes tun zu wollen. Oder wenn wir zu unseren Eltern oder weiter weg fahren, nehmen wir das Auto, auch wenn wir die 30 Kilometer mit dem Zug fahren können – es dauert uns zu lange und ist zu umständlich (ländlich halt).

Ich glaube, dass es nicht möglich ist, alles richtig zu machen und dass das voll in Ordnung geht. Wenn wir nur noch danach streben, alles richtig zu machen und versuchen, alle Kontroversen aufzuheben und in eine Einheit zu bringen, dann wir das ganz schön anstrengend. Macht es dann noch Spaß, sich weiterzuentwickeln? Kann man diesen Prozess dann überhaupt durchhalten?

Es gibt aber eine gute Nachricht

Es wird immer besser! Veränderungen dauern und brauchen Zeit. Es geht nicht von heute auf morgen perfekt. Und wie schon gesagt: Das muss es ja auch gar nicht. Mal funktioniert etwas besser, mal schlechter. Wenn wir alle den Druck rausnehmen und uns nicht an irgendwelche (selbstgesetzten?) Maßstäbe halten, lebt es sich wirklich entspannter. Wir sind alle Menschen und geben unser Bestes – und das ist gut genug. Jeder Schritt zählt, der Weg ist das Ziel.

Liebe Grüße,
Jani

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1 Kommentar

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