warum second Hand kaufen
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Warum Second Hand kaufen?

Wie du in verschiedenen Beiträgen lesen konntest, kaufen wir, wenn möglich, Second Hand. Insbesondere bei der Kleidung funktioniert das wunderbar, mit Ausnahme von Socken, Unterwäsche und manchmal Schuhen. Die kaufen wir neu. 😉 Sollten wir doch mal neue Kleidung benötigen, weil wir ein bestimmtes Kleidungsstück nicht finden, kaufen wir nur faire Ökokleidung. Die herkömmliche Kleidungsindustrie wollen wir nicht mehr unterstützen. Ansonsten kaufen wir Dinge in der Regel nur, wenn sie ersetzt werden müssen, weil sie nicht mehr zu reparieren sind oder weil wir etwas brauchen. Lustkäufe tätigen wir nicht mehr und sinnlosen Kram kaufen wir auch nicht mehr. Wir wollen das verwenden, was es schon gibt. Aber warum kaufen wir eigentlich Second Hand? Für uns hat das was mit Verstand und Herz zu tun. Was das genau bedeutet, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

1. Eine Frage der Qualität

Wir haben im Laufe der Zeit festgestellt, dass neu produzierte Dinge oft qualitativ nicht so toll sind. Wir haben darüber schon in diesem Beitrag Plastikatlas 2019 – Zahlen & Fakten zum Plastikwahn beschrieben: Früher wurde in der Herstellung auf Langlebigkeit geachtet, heute leider nicht mehr. Produkte gehen schneller kaputt, sind teilweise aus wenig hochwertigen Materialien hergestellt und lassen sich nicht so lange nutzen. Ältere Produkte hingegen erscheinen oft viel hochwertiger und auch robuster. Besonders in Sachen Elektrogeräten ist uns aufgefallen, dass sie viel schneller kaputt gehen. Hersteller bauen ein Verfallsdatum ein, die geplante Obsoleszenz. Die Produkte könnten viel länger halten, sind aber so konzipiert, dass sie vorzeitig verschleißen. Es werden minderwertige Materialien oder Schwachstellen eingebaut, so dass sich die Lebenszeit verringert und die Konsumenten erneut kaufen müssen.

So gibt es bei Tintenstrahldruckern interne Zähler, die nach einigen Tausend Seiten Wartungsbedarf melden, obwohl das Gerät weiterdrucken könnte. Für Schuhsohlen werden Gummisorten verwendet, die schnell abreiben und verklebt sind, sodass man die Sohle nicht tauschen kann. In Jacken gibt es Reißverschlüsse, deren Zähne spiralförmig angeordnet sind, weshalb sie frühzeitig den Dienst versagen. Und sie fanden Waschmaschinen, deren Heizstäbe verdächtig schnell rosteten: Ihre Reparatur ist meist sündhaft teuer.

Quelle: Süddeutsche.de, die sich auf die Aalener-Studie des Ökonomieprofessors Christian Kreiß und Stefan Schridde bezieht

Wir achten also darauf, qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen, am besten Second Hand. Ein super Beispiel ist unser Einkochautomat, den wir über einen Kleinanzeigenanbieter gekauft haben. Der ist schon über 30 Jahre alt, funktioniert aber einwandfrei.

2. Wir vermeiden Müll

Oft werden nicht mehr benötigte Gegenstände in den Müll geworfen. Dabei ist das gar nicht notwendig. Es macht viel mehr Sinn und auch Freude, nicht mehr genutzte Gegenstände auf dem Flohmarkt oder auf Kleinanzeigenseiten anzubieten oder dort selbst Schnäppchen zu machen. Je länger ein Produkt im Kreislauf bleibt, desto besser. Es wird immer Menschen geben, die auf der Suche nach genau diesem Teil sind. Manchmal mag es vielleicht etwas länger dauern, bis man Dinge los wird oder ein Teil findet, aber in der Regel klappt dies gut.

Second Hand macht Menschen glücklich, das Produkt ist weiterhin in Gebrauch und landet nicht auf dem Müll. Wie viele gute und hochwertige Teile werden in den Müll geworfen, obwohl sie noch voll funktionsfähig sind oder nur einer kleinen Reparatur bedürfen? Es ist so traurig, was da alles in den Containern landet.

Oft sind es auch Neuwaren, die sich Second Hand finden lassen. Überleg dir das mal genau: Da kauft jemand etwas neu, möchte es aus welchen Gründen nicht mehr haben und würde die Neuware dann ggf. wegschmeissen. Das ist schrecklich!

Neue Produkte sind in Verpackungen eingepackt, Second Hand Teile nicht. Durch den Kauf von Second Hand Waren muss also keine neue Verpackung produziert werden und man selber spart auch noch Müll.

Es wäre so toll, wenn noch mehr Menschen Second Hand nutzen würden, sei es zum Verkauf oder Kauf. Du kannst dir bestimmt vorstellen, was das an Müll, Ressourcen und natürlich auch an Geld spart.

3. Umwelt, Natur und Ressourcen werden gespart

Da beim Kauf eines Second Hand Produktes dieses nicht neu produziert werden muss, sondern vorhandene Ressourcen genutzt werden, müssen dafür keine Ressourcen zur Herstellung aufgewendet werden. Nichts zu kaufen, was neu produziert werden muss, ist am Nachhaltigsten und Ökologischsten.

4. Statement gegen die Wegwerfgesellschaft und Ausbeutung

Wir nutzen die Produkte, bis sie komplett aufgebraucht und nicht mehr zu reparieren sind. Durch die Meidung von Neuwaren setzen wir ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.

Produkte werden oft unter menschenunwürdigen Zuständen hergestellt. Die Arbeitsbedingungen sind extrem schlecht, es werden Hungerlöhne gezahlt, Kinder werden in der Produktion eingesetzt. Die Menschen kommen mit gefährlichen und gesundheitsschädigenden Chemikalien in Berührung und sind dagegen nicht einmal geschützt. Zudem werden in manchen Regionen Grundwasser und Umwelt verseucht.

Wir möchten nicht dazu beitragen, dass Menschen und auch Umwelt ausgebeutet werden. 100 % gelingt uns das nicht, aber wir wollen unser Bestes geben. Wir als Verbraucher tragen Verantwortung dafür! Jeder Kauf oder eben nicht-Kauf ist politisches Handeln. Mit jeder Entscheidung treiben wir die Wirtschaft in eine bestimmte Richtung. Wir haben als Konsumenten Macht, wir müssen sie entsprechend nutzen.

5. Phantasie und Kreativität werden angeregt

Manchmal finden wir nicht die Dinge, die wir suchen. Und dann macht es so viel Spaß umzudenken und nachzudenken, wie wir “das Problem” lösen können. Nehmen wir als Beispiel unser neues Blumenbeet in der Einfahrt: Wir brauchten einen Blumenkasten mit bestimmten Maßen. Den haben wir aber nicht gefunden, also haben wir überlegt, wie wir das aus gebrauchtem Holz selberbauen können. Das hat wirklich viel Spaß gemacht. Manchmal werden hier aber auch Gläser zu Vasen umfunktioniert oder alte Bretter und Pflastersteine zum Regal für unsere eingemachten Speisen umgebaut. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

6. Das Suchen macht Spaß, das Finden befriedigt

Wenn wir etwas nicht sofort finden und länger auf der Suche sind, macht der Fund später so richtig glücklich. Wir freuen uns dann immer sehr und wissen das Produkt besser zu schätzen.

7. Wir sparen bares Geld

Dazu brauchen wir nicht so viel sagen, oder? Gebrauchte Gegenstände – und oft Neuware auf dem Second Hand Markt – sind viel günstiger, als neue Produkte aus dem Geschäft.

8. Und besser für die Gesundheit ist Second Hand auch

Gebrauchte Kleidung beispielsweise wurde schon oft gewaschen, so dass dort keine Chemikalien mehr drin sind, anders, als wenn du deine Kleidung neu kaufst. Wenn wir jetzt an Kleidungsgeschäften vorbeilaufen, riechen wir den Geruch der Chemikalien sehr extrem. Neee, das möchten wir nicht mehr auf unser Haut haben.

Ein Vorurteil ist ja, dass Second Hand Teile abgeranzt sind. Bislang haben wir nicht ein abgeranztes Teil gekauft und waren immer sehr zufrieden. Wir entscheiden ja selbst, was wir kaufen. Außerdem kann man Dinge selbst säubern, waschen und ggf. desinfizieren.

Tipps, wo du Second Hand Mode finden kannst:
Flohmärkte
Kleidertauschbörsen
Tauschpartys
Second Hand Läden
Kleiderkreisel, Ebay, Ubud, Verkaufsgruppen bei Facebook

9. Es tut nicht so weh, wenn etwas kaputt geht

Manchmal gehen Dinge einfach kaputt. Wenn wir Dinge gebraucht für wenig Geld kaufen, tut es nicht so weh, wenn diese kaputt gehen.

Second Hand ist natürlich nicht DIE Lösung aller Probleme, aber ein sinnvoller Schritt, um Ressourcen zu sparen.

Wie stehst du zum Second Hand Kauf?

Liebe Grüße,
Jani

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4 Kommentare

  1. Klamotten meist gebraucht, alte von Bekannten oder so änder ich um oder nähe was andres daraus.
    Plastik hatte ich schon sehr reduziert, leider musste ich gezwungen zurückrudern. Ich habe Zölliakie diaknose und da ist fast alles doppelt und dreifach eingepackt weil die Lebensmittel schnell hart werden.
    Ansonsten wird alles in Gläsern verpackt was aufgehoben werden soll. Einfrieren nur noch in Mehrwegbehältern.
    Ich kompostier nahe zu meine gesammten Biomüll und noch ein wenig mehr.
    LG Marion

    1. Liebe Marion,

      Ja, dass eingeschränkt sein wegen der Zöliakie kennen wir auch 😖. Wäre die bei uns nicht vorhanden, könnten wir noch mehr Plastik sparen.
      Ansonsten machen wir das sehr ähnlich wie du 😀👏

      Lieben Gruß,
      Jani

  2. Moin Jani, moin Freddy, wieder mal ein toller Beitrag von euch, sehr umfassend, alles gesagt.
    Das mit dem Gift, das aus der Kleidung schon rausgewaschen ist finde ich für Kinder besonders wichtig.
    Eine weitere Möglichkeit zu kaufen sind Sozialkaufhäuser. Wenn wir etwas brauchen schauen wir da nach. Schon wegen der Arbeitsplätze, die da geschaffen werden.
    Ich wünsche euch allen mehr Zufriedenheit mit weniger Kram
    Gretl

  3. Ich liebe Vintage-Mode und da vor allem die Mode der 40er und 50er Jahre. Daher und auch schon während meiner “normalen” Modezeit kaufe ich gerne in Secondhandläden und auf Flohmärkten. So werden Ressourcen gespart, die Umwelt geschont und die Kleidung hat auch schon gesundheits-gefährdende Chemikalien “verloren”. Außerdem macht es Spaß, aus dem Mainstream heraus zu treten und besondere Teile zu entdecken. Auf meinem Blog gebe ich Tipps zum Secondhand-Kauf: z.B. Qulität prüfen, riechen, auf Ordnung am Stand achten etc.

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