Minimalistisch Reisen als Familie – so einfach geht’s!

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Letztes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr reisten wir in einen Kurzurlaub nach Berlin und waren dort schon minimalistischer unterwegs, ein erster kleiner Test sozusagen. Jetzt aber starteten wir in den ersten Sommerurlaub, in dem wir bewusst wenig mitgenommen haben. Daher wollen dir dir zeigen, wie du am besten minimalistisch Reisen kannst.

Minimalistisch Reisen klingt für manche vielleicht erst einmal befremdlich und nach Verzicht: „Minimalismus im Urlaub? Das schränkt doch ein! Ich will in Saus und Braus leben, schließlich ist es Urlaub!“ Doch haben wir gemerkt, dass genau dieses Beschränken auf das Wesentliche für uns zu mehr Freiheit, Glück und Zufriedenheit führt. Es ist befreiend, nicht so viel Gepäck mitzuschleppen. Außerdem kostet jedes Kilo Gepäck klimaschädliche Emissionen. Durch weniger Gepäck senken wir auch die CO2-Bilanz.
Hinzu kommt, dass es sich mit weniger Gepäck deutlich leichter reisen lässt. Man kann sich besser bewegen, Hindernisse überwinden und ist grundsätzlich mobiler.
Na ja und die Koffer lassen sich auch leichter und schneller aus- und einpacken. 🙂
Minimalistisch reisen hat also einige Vorteile!


Inhaltsverzeichnis


1. Minimalistisch Reisen: Notwendig oder Nice-to-have?

Früher haben wir für alle Eventualitäten gepackt. Das kennst du bestimmt auch, oder? Da wird dann noch mal schnell ein schönes Kleid zum schicken Ausgehen, das dritte Paar Schuhe oder vorsichtshalber noch ein zweites Buch eingepackt, weil man es ja eventuell doch tragen bzw. lesen könnte. Aber wie oft muss man sich fürs Essen gehen herausputzen und wie oft kommt man mit Kindern wirklich zum Lesen? In einer Ferienwohnung kannst du deine Wäsche zudem selber waschen und dich selbst versorgen, so dass viel Kleidung insgesamt einfach nicht notwendig ist. Auch an anderen Dingen kannst du im Familienurlaub super sparen. Wir haben früher beispielsweise kistenweise Spielzeug mitgenommen, das dann unbenutzt wieder mit zurück kam, weil wir doch die meiste Zeit unterwegs sind und Ausflüge machten.

Was wir damit sagen wollen: Du solltest intensiv überlegen, was du wirklich brauchst und was Nice-to-have ist und eigentlich ungenutzt wieder mit nach Hause fährt.

2. Wetter checken

Wir schauen als grobe Orientierung immer vorab, wie das Wetter wird und packen dementsprechend Kleidung ein. In diesem Urlaub war bei uns laut Wetterbericht relativ viel Regen angesagt, weshalb im Vorfeld die Regenjacke und Gummistiefel nicht fehlen durften. Wenn wir aber irgendwo in den heißen, trockenen Süden gefahren wären, wären diese guten Stücke zu Hause geblieben. Daher ist ein Wettercheck vor der Reise immer sehr sinnvoll und das was eingepackt werden muss, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.

3. Waschmöglichkeiten

Ideal für einen minimalistischen Urlaub sind Ferienwohnungen. Dort kannst du meist deine Wäsche waschen, brauchst dementsprechend wenig Kleidung mitzunehmen und kannst dich mit Lebensmitteln selbst versorgen.
Kleidung kann man oft länger als einen Tag tragen. Und solltest du im Hotel übernachten, so kannst du notfalls deine Kleidung auch mit Reisewaschmittel im Waschbecken/Dusche/Badewanne waschen.

4. Bettwäsche und Handtücher

In Hotels ist es Gang und Gäbe, in Ferienwohnungen nicht immer. Deshalb schau nach, ob Bettwäsche und Handtücher gestellt werden. So kannst du dein Gepäck ebenfalls minimieren.

5. Packliste schreiben für 7 Tage

Wir schreiben für jede Person eine Packliste mit den nötigsten Dingen und planen für 7 Tage, egal wie viele Tage wir in den Urlaub fahren. Grob sollte man für die Erwachsenen drei bis vier Garnituren einpacken, für die Kinder vier bis fünf. Es kommt halt immer auf das Wetter an (s. Punkt 2). In warmen Regionen benötigt man eher leichte Kleidung, in kalten Regionen warme Kleidung. Die eingepackte Kleidung ist so abgestimmt (Capsule Wardrobe), dass alles untereinander kombiniert werden kann und ein Zwiebellook möglich ist. Wir achten darauf, möglichst Basic-Kleidung einzupacken.
Schuhe nehmen viel Platz weg. Daher sollte man schauen, was für einen Urlaub man macht: Bei einem Strandurlaub, braucht man in der Regel keine Wanderschuhe. Bei einem Wanderurlaub dürfen diese natürlich nicht fehlen, aber FlipFlops sind eher unpraktisch. Auch hier gilt wie immer: Planung ist das A und O.
Wenn du nun geplant hast, schreibe dir die Sachen gut strukturiert auf und hake ab, was du einpackt hast.  

Eine mögliche Packliste – je nach Wetter! – könnte so aussehen:

Beachte bitte, dass eine Packliste maßgeblich auf das Wetter vor Ort und auf die Art des Urlaubs ankommt. Diese Angaben haben sich für uns als sinnvoll erwiesen:

  • 3-4 T-Shirts
  • 1 Strickjacke/Sweatshirtjacke
  • 1 kurze Hose
  • 1 lange Hose
  • ggf. 1 Kleid/Rock
  • 7 Unterhosen
  • Socken je nach Wetterlage
  • 1 Jogginghose
  • 1 Nachtwäsche/Schlafanzug
  • 1 Jacke (ggf. Regenjacke, dicke oder dünne Jacke)
  • Badehose/Bikini/Badeanzug
  • Kosmetikbeutel mit Zahnbürste, Zahnpasta, festes Shampoo und Duschseife, Deo, Bürste, ggf. Cremes, Schminke
  • Schuhe je nach Urlaub und Wetter: 1 paar Turnschuhe, 1 paar Sandalen, 1 Paar Wanderschuhe, 1 Paar Gummistiefel
  • Kopfbedeckung und Sonnencreme
  • Ladekabel für Smartphones
  • 1 Buch
  • Bettwäsche bei Bedarf
  • je ein großes Handtuch, ein kleines Handtuch, 1 Strandlaken

6. Kosmetik minimieren

Zu der Kleidung kamen bei jedem eine Bürste, Zahnbürste, Zahnpasta, Duschseife, festes Shampoo, Deo (bei der kleinen natürlich nicht) und Sonnencreme hinzu. Du kannst hier prima reduzieren, in dem du auf festes Shampoo und Duschseife zurückgreifst. Überlege auch hier, ob du wirklich viel Schminke mitnehmen musst, oder ob weniger vielleicht doch ausreicht, weil du es gar nicht nutzt oder darauf im Urlaub verzichten kannst.

7. Wenig Spielzeug

Spielzeug ist immer so eine Sache. Aber auch hier reduzierten wir in diesem Jahr stark, was für unsere jüngste Tochter selbstverständlich war. Sie hat von Anfang an nur die für sie wichtigsten Spielsachen eingepackt: 2 Kuscheltiere und einige Schleichpferde. Es gab überhaupt keine Diskussionen.  Wir haben früher von zu Hause auch viel Strandspielzeug mitgenommen, aber nur selten genutzt, weil wir mehr unterwegs waren, als am Strand zu liegen. Also haben wir diese Sachen auch zu Hause gelassen. Mitgenommen haben wir dann noch zwei Familienspiele für abends oder schlechtes Wetter.

8. Sinnvoll packen

Wir falten unsere Kleidung nach der Konmari-Methode, so dass mehr in den Koffer passt. Wir versuchen den Platz sinnvoll zu nutzen und wie beim Tetris den Koffer zu packen. Das klappt wunderbar. Bislang reicht uns ein Koffer für 3 Personen aus. Da verstauen wir neben der Kleidung die Kosmetiktaschen, Sonnencreme und Bücher, Handtücher und Reiseapotheke.

9. Lebensmittel mitnehmen

Wegen unserer Zöliakie nehmen wir auch unseren eigenen Toaster, Pfanne und Kochutensilien sowie einen Korb an Lebensmitteln mit. Natürlich darf auch unser Wassersprudler nicht fehlen. Bei den Ausflügen haben wir immer Essen und Getränke in unseren Rücksäcken dabei, weil wir nicht mal eben schnell irgendwo etwas Essbares kaufen können. Und auswärts essen ist auch nicht drin, wodurch wir uns komplett selbst versorgen und bares Geld sparen. Das gehört zwar nicht zum minimalistischen Reisen, jedoch zum nachhaltigen Reisen.

Unser Fazit: Mehr braucht es im Prinzip für uns für einen Urlaub nicht. Gerade im Ferienhaus hat man meist alles vor Ort, so dass vieles gar nicht erst mitgeschleppt werden muss.

Jetzt interessiert uns, wie du alleine oder mit deiner Familie reist. Was ist dir da besonders wichtig? Worauf achtest du?

Lieben Gruß,
Jani & Freddy

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3 Gedanken zu „Minimalistisch Reisen als Familie – so einfach geht’s!“

  1. Da wir noch nie ein Auto hatten, packe ich auch immer minimalistisch. Letztens in Kiel war es dann allerdings kälter als erwartet (gemeldet waren 20 Grad), da habe ich mir dann spontan noch einen dicken Pulli gekauft… Das war dann auch nicht Sinn der Sache :-/ Ich kann also nur empfehlen, immer auch mit kaltem Wetter zu rechnen 😀

  2. Hallo Jani,
    den Artikel fand ich sehr interessant, die Info die mir feht ist, wie lange ihr verreist seid?
    Ich liebe es mich chic zu machen und ich schminke mich auch gerne, hingegen will ich im Urlaub gewiss keine Hausarbeit machen, wie waschen und bügeln. Für mich bedeute Urlaub auch die Abwesenheit von Alltagspflichten und als meine Tochter klein war, galt das noch mehr.
    Trotzdem bin ich nicht die, die 10 Koffer mitgeschleppt. Für mich haben sich Listen als praktisch herausgestellt, in denen ich plane, was ich wann anziehen will und ich achte auf Kombinierbarkeit untereinander und auf höchstens auf 1-2 Basisfarben. Für einen 14-tägigen Urlaub brauche ich einen mittelgroßen Koffer,das ist für mich okay.
    Jeder Jeck ist eben anders 😉
    Alles Liebe
    ela

    1. Liebe Ela,

      wir waren 10 Tage weg. Aber die Liste passt für beliebig viele Tage bei uns, da wir die Wäsche waschen können. Wenn wir in Hotels urlauben würden, sähe das natürlich anders aus. Aber in Ferienwohnungen mit Waschmaschine ist das unsere Orientierung. 🙂

      Genau, jeder Jeck ist anders und das ist auch gut so 🙂

      Lieben Gruß,
      Jani

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