gleichberechtigte Partnerschaft
Familienalltag

Gleichberechtigte Partnerschaft: Kinder, Job und Haushalt – so teilen wir uns die Arbeit

Gleichberechtigte Partnerschaft: Manchmal ist das gar nicht so leicht, Kinder, Job, Haushalt und Beziehung unter einen Hut zu bekommen. Auch wir kommen manchmal ins Straucheln. Es ist bei uns so, dass wir alle erst gegen 16 Uhr zu Hause eintrudeln. Den Haushalt hatten wir deshalb auf sonntags gelegt, was uns aber zunehmend genervt hat. Ich (Jani) war sogar so weit, dass ich eine Putzfrau einstellen wollte…. Aber soweit ist es nicht mehr gekommen, weil wir unsere Aufgaben nicht mehr auf einmal machen, sondern unter der Woche aufteilen. So dauern die Aufgaben immer nur wenige Minuten, man ist schnell fertig und hat dennoch viel Familienzeit. Dadurch ist mir aber die Idee gekommen, dir mal von unserer Aufteilung im Sinne einer gleichberechtigten Partnerschaft zu schreiben.


Inhaltsverzeichnis


Die Kinderbetreuung und -versorgung

Wir haben uns die Kinderbetreuung so aufgeteilt, dass Freddy morgens früh um 6.45 Uhr anfängt zu arbeiten. Ich übernehme in der Zeit die Kinderbetreuung und -versorgung und fahre dann um 7.53 Uhr zur Arbeit, wenn die Kinder das Haus verlassen. Er kommt dafür früher nach Hause und übernimmt dann die Kinderbetreuung, wenn ich mal länger arbeiten muss – was zum Glück aber nicht so oft vorkommt und wir so alle fast zur gleichen Zeit zu Hause sind.

Wir haben uns mit Absicht Jobs gesucht, an denen wir früh Feierabend haben und zeitlich eine gewisse Flexibilität da ist.

Gleichberechtigte Partnerschaft – die Aufteilungen

Freddy liebt es zu kochen, weshalb er diesen Part übernommen hat. Dafür kümmere ich mich um die täglichen Finanzen, führe unser Haushaltsbuch, tätige Überweisungen etc.

Freddy kümmert sich darum, den Tisch zu decken, während ich ihn abräume und  säubere.

Im Haushalt ist Freddy für das Staubwischen, saugen und Treppe abwischen zuständig (Milbenallergie sei Dank, deshalb machen wir übrigens auch unsere Betten nicht 😉 ). Ich putze die Bäder und wische. Mittlerweile erledigen wir die Aufgaben unter der Woche und teilen sie auf, so dass wir nicht mehr alles am Sonntag machen. Wir haben uns eine Liste im Programm “Erinnerungen” erstellt und dort die Aufgaben aufgeteilt. Diese müssen in jeder Woche erledigt werden, aber wer wann was macht, bleibt einem selbst überlassen. Es gibt eine Erinnerung übers Handy und wenn die Aufgabe erledigt ist, wird sie abgehakt. Das fühlt sich viel besser an! Wenn wir irgendwo Dreck sehen, machen wir ihn sofort sauber und warten gar nicht erst.

Freddy erledigt den Wocheneinkauf, um die Wäsche kümmere ich mich. Seitdem wir weniger Kleidung besitzen, ist der Aufwand überschaubar. Außerdem brauche ich z. B. meine Wäsche und die unserer Jüngste nicht falten, weil sie an Kleiderbügeln aufgehängt werden. Das spart Zeit. 🙂

Die Elternabende in der Schule teilen wir uns auf. Früher ist er zu den Elternabenden im Kindergarten gegangen, ich in der Schule. Da jetzt alle Kinder in der Schule sind, teilen wir sie uns untereinander auf. Die Schulgespräche führe in der Regel ich, er ist aber in alles involviert. An Schulveranstaltungen nimmt Freddy auch oft teil und nimmt sich dafür frei.

Die Steuererklärung mache ich, er sucht die Unterlagen zusammen.

Ich habe Ideen, er führt sie aus (hier hätte ich gerne einen Lachsmiley!).

Ist ein Kind krank, wechseln wir uns mit dem zu Hause bleiben ab. Da er aber mit dem Roller zur Arbeit fährt und die Kinder nicht abholen kann, wenn sie krank sind, geht dieser Part an mich. Ist ein Kind aber schon morgens krank, bleibt auch er zu Hause. Gott sei Dank kommt das sehr, sehr selten vor.

Gleichberechtigte Partnerschaft: Gemeinsames Tragen entlastet

Ein Vater kann und soll sich genauso um die Kinder kümmern, wie die Mutter (und umgekehrt natürlich!).

Seitdem wir die Aufgaben aufgeteilt haben, ist es viel entspannter und leichter. Aber eine gleichberechtigte Partnerschaft hat auch in finanzieller Hinsicht Vorteile: Tragen beide Partner:innen (fast) gleichermaßen zum Haushaltseinkommen bei, wird – rollenklischeemäßig meist der Mann – ein Partner entlastet. Außerdem ist das Ausfallrisiko dann nicht mehr so hoch. Es lebt sich entspannter.

Tschüss Perfektionismus

Es muss nicht immer alles perfekt sein und manchmal wird vielleicht auch was vergessen. Aber hey, wir sind Menschen und vergessen alle mal etwas.

Wir müssen nicht immer 180 % geben. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn es mal einen Fertigkuchen gibt, wenn man zu einer Party gekaufte Lebensmittel mitbringt oder die Wohnung nicht super aufgeräumt ist. Es gibt bedeutend wichtigeres und auch Tage, an denen einfach nichts geht. Das ist okay! Wenn wir das akzeptieren, dann geht diese blöde Phase auch schneller vorbei.

Und wenn dem/der anderen Partner:in der Haushalt zu unaufgeräumt ist, dann soll er/sie selbst kurz aufräumen.

Und die Kinder?

Die haben ihre Zimmer sauber zu halten, Wäsche in den Wäschekorb zu werfen und mal den Tisch mit abzuräumen. Die Spülmaschine wird von ihnen ausgeräumt, das ist ihr fester Job. Kinder können und sollten, je nach Alter, ebenso Aufgaben erfüllen und sich um ihren Kram kümmern. Das können sie! Sie lernen so, Verantwortung zu übernehmen, was für uns wichtig für das spätere Leben ist. Ich sehe das auch im beruflichen Alltag: Den Kindern wird heute oft viel zu wenig zugetraut – aber das ist ein anderes Thema. 🙂

Grundsätzlich versuchen wir, unsere Kram direkt wegzuräumen und nicht liegen zu lassen. Das klappt mal besser und mal schlechter. 😉

Wir sind Vorbilder

Wir hatten einen Schlüsselmoment, von dem wir erzählen möchten. Unsere jüngste Tochter erzählte uns, dass sie sich wünsche, dass ihre Lehrerin ein Kind bekomme. Sie ist der Auffassung, dass ihre Lehrerin eine gute Mutter sei. Ich antwortete ihr, dass sie, wenn ihre Lehrerin Mama werde, dann ja erst einmal nicht mehr ihre Lehrerin sei. Was antwortete unsere Tochter? “Wieso das denn? Sie hat doch einen Mann?” Das hat uns so die Augen geöffnet, dass wir Vorbilder sind und unsere Erziehung Früchte trägt.

Unsere Kinder profitieren auf so vielfältige Weise von unserer gleichberechtigten Partnerschaft. Sie haben nicht nur eine Bezugsperson, sondern zwei. Die Beziehung ist zu beiden Elternteilen innig, vertrauensvoll und intensiv. Wir nehmen beide am Leben der Kinder teil und hören vieles nicht nur aus Erzählungen.

Unsere Kinder wachsen nicht mit Rollenstereotypen auf. Sie sehen, dass ein Vater sich genauso kümmern kann wie die Mutter und das Mama auch Geld verdienen kann.

Es war natürlich bis dahin ein langer Weg mit vielen Gesprächen und Veränderungen, aber wir fahren mit dieser Regelung gut und sind sehr zufrieden damit. Wir haben bewusst lange darauf hingearbeitet, dass wir solche Arbeitszeiten haben und uns die Aufgaben gleichberechtigt aufteilen können.
Vielleicht inspiriert dich unsere Aufteilung ja etwas? Oder machst du es vielleicht auch ganz anders? Wir freuen uns, von dir in den Kommentaren zu lesen.

Liebe Grüße,
Jani

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1 Kommentar

  1. […] nicht alles alleine stemmen. Sprich offen mit deiner Familie und überlegt euch gemeinsam, wie ihr private Verpflichtungen fair unter euch aufteilen […]

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